Serious Games – Spiele mit Spaß und Bildung

Wenn man heute durch die Spielregale läuft, fällt auf, dass viele Titel Spiel, Spaß und Spannung versprechen. Ob man sich nun für GTA (Grand Theft Auto), Call of Duty oder Need for Speed entscheidet – der Unterhaltungswert ist bei alle sehr hoch, der Lernaspekt meistens aber nur sehr gering. Wenn man sich in der Kategorie der digitalen Serious Games aufhält bemerkt man das genaue Gegenteil, die Bildung ist hier der Schwerpunkt. Dies muss man aber nicht immer mit einem langweiligen und öden Frontalunterricht gleichsetzen, wie wir in diesem Artikel durch einen Blick über den Tellerrand beweisen werden.

Der Begriff “Serious Games” ist historisch aus dem Bereich Simulationen entstanden. Zunächst im Jahre 1910 wurde er in einem mechanischen Flugsimulator auf amerikanischen Jahrmärkten verwendet, später wurde dieser weiterentwickelt und verfügte über einen detaillierten Cockpit um angehenden Piloten zu Übungszwecken zu dienen. Durch die Entwicklung und Masseneinführung der Personal Computer (PC) in den 1990er-Jahren eröffnete sich einem breiten Publikum diese definierte Spielegattung. Bis das erste ernst zu nehmende Serious Game mit dem Titel “America’s Army“ erschien, dauerte es noch bis zum Jahr 2002. Ziel dieses Spieles war es für die US-Armee spielerisch junge, intelligente Kandidaten, die den Anforderungen der hochtechnologischen Kriege in Afghanistan, zu bewerben.

Solche Art von Spielen fallen einerseits in die Kategorie der militärischen Spiele, wo man mit einem hohen Grad an Realität versucht, die Kriegsführung so authentisch wie möglich darzustellen, andererseits in die Kategorie der Rekrutierungsspiele. Das deutsche Produkt TechForce, das den deutschen Computerspielpreis in der Kategorie “Bestes Serious Game” im Jahr 2009 gewann, ist ein weiteres Beispiel. Der Titel wurde von der deutschen Metall- und Elektro-Industrie sehr stark gefördert. Dadurch sollen Auszubildende in verschiedenen Bereichen und Abläufen in dieser Industrie kennenlernen. Das Ziel ist auch in einem Team diverse Aufgaben zu bewältigen und zum Schluss mit dem selbst fertig zusammenbauten Glider X2100 in einem futuristischen Rennen erfolgreich abschließen.

Damit eng verknüpft sind sogenannte Produktbildungsspiele, die durch Unternehmen ausschließlich zu Werbezwecken produziert werden und in der Regel kostenlos an alle Interessenten veräußert werden. Die Simulationsexperten SimBin aus Schweden entwickelten beispielsweise das Rennspiel BMW M3 Challenge im Auftrag von BMW. Im Spiel wurde das neue M3 Coupé vom bayrischen Autobauer durch den Spieler auf einer Strecke ausprobiert.

Es gibt auch Produkte wie Wii Sports oder Dance Central, die in gewisser Weise ebenfalls zu den Serious Games, und zwar in der Kategorie Bewegungstherapie, gehören. Sie trainieren die Hand-Augen-Koordination oder dienen zu Bewegungs- und Fitnesszwecken. Der größte Anteil wird jedoch vor allem den Videospielen zur Erwachsenen- und Jugendbildung zugesprochen. In den Spielen werden komplexe Zusammenhänge spielerisch und verständlich dem Spieler erklärt und die Umsetzung des bereits erworbenen Wissens durch interessante Herausforderungen verlangt. Die Konsole Nintendo Wii hat durch den niedrigen Einstiegsschwelle den Markt vor allem für Gelegenheitsspieler geöffnet. Jedoch ist weiterhin die Hauptplattform auf Grund der großen Verbreitung und einfachen Distribution nach wie vor der PC.

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